100. Jahresversammlung der Kirche in Nigeria endet mit Gottesdienst und Ordination neuer Pfarrpersonen

Die 100. Jahresversammlung der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria ist mit einem Abendmahlsgottesdienst zu Ende gegangen, mit dem 100 Jahre Glauben und Missionstätigkeit im Land gefeiert wurden. Zum Abschluss wurde zu erneuertem Zeugnis, mutiger Liebe und einem Dienst aufgerufen, der sich nicht auf die Menschen in der eigenen Gemeinde beschränkt.

24 Febr. 2025
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LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær von der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark bei der Ordination von 57 neuen Pfarrpersonen der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria zum Abschluss der 100. Jahrestagung der LKCN. Foto: LWB/Albin Hillert

LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær von der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark bei der Ordination von 57 neuen Pfarrpersonen der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria zum Abschluss der 100. Jahrestagung der LKCN. Foto: LWB/Albin Hillert

Zehntausende Menschen nehmen an Abendmahlsgottesdienst teil 

Die 100. Annual Convention (Jahresversammlung) der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria (LKCN) ist am Sonntag mit einem Abendmahlsgottesdienst zu Ende gegangen. Tausende Menschen waren dafür zum so genannten Covenant Ground in Demsa im Bundesstaat Adamawa, Nigeria, gekommen. 

Im Rahmen des Gottesdienstes, der den Abschluss der einwöchigen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jahrestag der ersten Jahresversammlung der Kirche 1925 bildete, wurden zudem ein neuer Bischof geweiht und 57 Pfarrpersonen ordiniert.

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Pfarrer David Bitrus von der LKCN trägt die Fahne, während die Prozession am Sonntag in den Covenant Ground einzieht. Foto: LWB/Albin Hillert

Pfarrer David Bitrus von der LKCN trägt die Fahne, während die Prozession am Sonntag in den Covenant Ground einzieht. Foto: LWB/Albin Hillert

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LKCN-Erzbischof Panti Filibus Musa (rechts), LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær von der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark (Mitte) und Pfarrer Rufus Okikiola Ositelu von der Church of the Lord (Prayer Fellowship) Worldwide (links) – ziehen in den Covenant Ground ein. Foto: LWB/Albin Hillert

LKCN-Erzbischof Panti Filibus Musa (rechts), LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær von der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark (Mitte) und Pfarrer Rufus Okikiola Ositelu von der Church of the Lord (Prayer Fellowship) Worldwide (links) – ziehen in den Covenant Ground ein. Foto: LWB/Albin Hillert

Dienst „jenseits der vier Wände einer Gemeinde“

LKCN-Erzbischof Panti Filibus Musa erklärte, dass die Ordination der neuen Pfarrpersonen bei der Jahresversammlung kein Zufall sei. In der LKCN würden Pfarrpersonen immer bevorzugt bei landesweiten Veranstaltungen ordiniert. 

„Zwar werden die Pfarrpersonen von ihren Gemeinden zur Ordination berufen und von der Diözese genehmigt, aber in unserem Verständnis sind Pfarrpersonen nicht allein für eine einzelne Gemeinde oder Diözese zuständig, sondern sind Pfarrpersonen der Kirche insgesamt. Und das ist auch die Begründung, warum wir Pfarrpersonen am liebsten bei nationalen Veranstaltungen ordinieren. In unseren Augen ist das eine symbolische Art und Weise als Kirche, die in allen Ecken des Landes vertreten ist, zu zeigen, dass wir die Pfarrpersonen in den Dienst der Kirche berufen“, erklärte er. 

„So können die Pfarrpersonen auch besser verstehen, dass ihr Dienst und Wirken nicht auf die vier Wände ihrer jeweiligen Gemeinde begrenzt ist, sondern umfassender sein soll. Es ist eine Gelegenheit für sie, über ihre Gemeinde hinauszuwachsen, und eine Aufgabe, um zu verstehen, dass sie von der Kirche insgesamt berufen sind“, so Musa. 

„Diese 57 neuen Pfarrpersonen hier im Rahmen unserer 100-Jahr-Feier zu ordinieren, ist etwas, dass uns Hoffnung für die Zukunft geben kann. Es bedeutet, dass der kirchliche Dienst und das Wirken der Kirche weitergeht“, führte er aus. 

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Feier des Abendmahls während des Abschlussgottesdienstes der 100. Jahrestagung der LKCN. Foto: LWB/Albin Hillert

Feier des Abendmahls während des Abschlussgottesdienstes der 100. Jahrestagung der LKCN. Foto: LWB/Albin Hillert

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„Wann immer wir beten, spüren wir unsere Gemeinschaft“, so der ungarische Bischof Tamás Fabiny. Foto: LWB/Albin Hillert

„Wann immer wir beten, spüren wir unsere Gemeinschaft“, so der ungarische Bischof Tamás Fabiny. Foto: LWB/Albin Hillert

Die LKCN wurde 1913 gegründet und Bildung war von Anfang an einer ihrer Grundpfeiler. Heute arbeitet sie aktiv an der Weiterentwicklung ihrer theologischen Ausbildungsangebote, wie beispielsweise in einem bereits weit fortgeschrittenen Projekt zur Gründung einer lutherischen Universität in Numan im Bundesstaat Adamawa. 

„Schon jetzt ist klar, dass das Brønnen-Seminar ein wichtiger Bestandteil der Universität sein wird. Die Synergien werden uns helfen, sicherzustellen, dass Pfarrpersonen nicht nur theologisch gut ausgebildet sind, aber die Gesellschaft nicht gut verstehen“, erklärt der Erzbischof. 

Auch LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær von der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark, der im Laufe der Woche sowohl das Brønnen-Seminar der LKCN als auch den Standort der künftigen Universität besuchte, nahm an dem Ordinationsgottesdienst teil und hatte eine Botschaft für die 57 neuen Pfarrpersonen. 

„Sie werden gebraucht in unserer Welt, in der es so viel politische und religiöse Unsicherheit und Unsicherheit in Bezug auf das Klima gibt. Sie werden als Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger gebraucht. Und wir brauchen Sie als Predigerinnen und Prediger der frohen Botschaft des Evangeliums“, sagte Stubkjær. 

„Jesus sagt heute zu einem jeden und einer jeden von Ihnen: ‚Folgt mir nach!‘ Und Ihre Antwort sollte sein, dass Sie Führungsverantwortung in den Gemeinden übernehmen. Aber das heißt natürlich nicht, dass Sie als Pfarrpersonen allein sind. Sie sind berufen und ausgesandt im Auftrag unseres Herrn und Heiland Jesus Christus“, führte der LWB-Präsident aus. 

Gemeinsames Gebet „zeigt, wie viel uns verbindet“ 

An den einwöchigen Feierlichkeiten in Demsa nahmen neben Stubkjær noch eine ganze Reihe internationaler Gäste teil, darunter Vertreterinnen und Vertreter des Lutherischen Weltbundes, der Mission Afrika (Dänemark) – des Missionswerks, das einst den Grundstein für die Gründung der LKCN Anfang des 20. Jahrhunderts legte –, des Deutschen Nationalkomitees des LWB und weiterer. 

Bischof Tamás Fabiny von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn und LWB-Vizepräsident für die Region Mittel- und Osteuropa sagte mit Blick auf seine Erfahrungen: „Es gibt viele Unterschiede zwischen uns. Beispielsweise verstehen wir unsere jeweiligen Sprachen gegenseitig nicht. Wir stammen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Die Menschen haben sehr unterschiedliche Geschichten und Hintergründe und auch die Geschichten unserer Länder und Kirchen unterscheiden sich. Aber wenn wir zusammen beten, merken wir, wie viel uns verbindet. Wenn wir Segensgaben empfangen, merken wir, dass sie uns allen gelten und dass wir zu Instrumenten Gottes werden können, wenn wir ein Segen für andere sind. Das ist eine sehr, sehr mystische und spirituelle und persönliche Erfahrung, und ein Höhepunkt unserer Anwesenheit hier ist, diese Segensgaben gemeinsam zu empfangen.“ 

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Musik war ein wesentlicher Bestandteil des Abschlussgottesdienstes der 100. Jahrestagung der LKCN. Foto: LWB/Albin Hillert

Musik war ein wesentlicher Bestandteil des Abschlussgottesdienstes der 100. Jahrestagung der LKCN. Foto: LWB/Albin Hillert

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Während des Abschlussgottesdienstes der 100. Jahrestagung der LKCN wird ein Choral gesungen. Foto: LWB/Albin Hillert

Während des Abschlussgottesdienstes der 100. Jahrestagung der LKCN wird ein Choral gesungen. Foto: LWB/Albin Hillert

Die dänische Theologiestudentin Elisabeth Skak Johanson ist ganz begeistert von der nigerianischen Art Gottesdienst zu feiern. „Hier in Nigeria wird der Glauben praktisch gelebt. Der Glaube ist in unserem Körper lebendig und kommt in der Art und Weise, wie wir sprechen, Gottesdienst feiern und beten, zum Ausdruck“, sagt sie.

LWB-Ratsmitglied Bettina Westfeld, Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, machte eine Bestandsaufnahme zum Thema der 100. Jahresversammlung „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5,14-16). 

„Diese Feierlichkeiten waren eine wunderbare Gelegenheit für mich, viele verschiedene Menschen zu treffen, gemeinsam zu beten, sich gemeinsam Gedanken zu machen, Gott zu verehren und darüber nachzudenken, was es heißt, in dieser besonderen Zeit das Licht der Welt zu sein“, sagte Westfeld. 

„Für mich persönlich bedeutet es, diejenige zu sein, die etwas bewegt, eine Nächste für meine Mitmenschen zu sein. Menschen brauchen Hilfe, brauchen mehr Licht in ihrem Leben, wir müssen milde sein und ein diakonisch wirkendes Volk. Für mich bedeutet es genau das: Sei das Licht der Welt und mache anderen Hoffnung“, erklärte sie. 

In einer Reflexion zum Abschluss der Jahresversammlung thematisierte Erzbischof Musa den weiteren Weg der LKCN und der weltweiten Kirche: „Unsere Hoffnung ruht auf der unerschütterlichen Verheißung Gottes, auf der unveränderlichen Verheißung unseres Herrn Jesus Christus... Lassen Sie uns zum Abschluss dieser Versammlung und als ersten Schritt in ein weiteres Jahrhundert der Mission und Evangelisation unser Zeugnis erneuern und möge unser Glaube uns zum Handeln animieren.“ 

„Lassen Sie uns auf unserem weiteren Weg mit Mut und Überzeugung leben, damit andere Menschen die Hoffnung übernehmen können, die uns weitergegeben wurde. Begeben wir uns zusammen auf einen Weg der mutigen Liebe: Genug Liebe, um für unsere Nächsten zu sorgen, genug Liebe, um für Gerechtigkeit zu sorgen, Liebe, die mutig genug ist, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen“, mahnte er die Anwesenden.

Foto-Album der Veranstaltung

LWB/Albin Hillert